11.4.15 Ein Tag im Wiener Wald

Was für ein Tag! Er fing schon mit blauem Himmel und Sonnenschein an und so setzt er sich auch fort. Wir sammeln unsere Gäste, die mit in den Wiener Wald fahren wollen ein und los geht es mit Fahrt und Infos zu Kronprinz Rudolf. Unser erstes Etappenziel Mayerling erreichen wir über die gleiche Straße, die Mary Vetsera in der Nacht vom 30 auf den 31. Januar 1889 als Tote, sitzend in einer Kutsche auf den Friedhof von Heiligenkreuz nehmen musste. In Mayerling besuchen wir das neu eröffnete Besucherzentrum, dass alle gut über die Kronprinzentragödie informiert. Doch unsere Morbidität ist noch nicht am Ende und so fahren wir auf der Straße, die Rudolfs Sarg an diesem Wintertag nahm, durch das Helenental nach Baden, wo wir der Gruppe eine ausgedehnte Mittagspause gönnen. Begeistert von dem schönen Biedermeierstädtchen steigen sie danach wieder ein und schon geht es weiter, diesmal nach Laxenburg, zum Flitterwochenschloss von Sisi und Franz Josef. Dort sind jetzt alle mit dem Bähnchen durch den Schlosspark in Richtung Franzensburg unterwegs oder trinken in dem kleinen Ort Kaffee. Im Anschluss daran geht es zurück nach Wien, in der Hoffnung, durch die Sperrungen wegen des morgen stattfindenden Marathons, der bereits heute seine Schatten voraus wirft unser Hotel und den Parkplatz noch zu erreichen.

10.4.2015 Wien - Stadtrundfahrt, die Zweite

Heute morgen führt uns das Programm nach Schönbrunn. Auf dem Weg erzähle ich rasch von der Entstehungsgeschichte und der missglückten Symmetrie. Auch den Zusammenhang zwischen dem Schönbrunner Tiergarten und dem Untergang der Habsburg-Monarchie verschweige ich nicht - kann man ein paar Seiten weiter hinten genau nachlesen -. Dann schicken wir unsere Fahrgäste auf den Besichtigungsmarathon. Wir hingegen suchen unseren geheimen Parkplatz auf und besorgen zunächst ein ausgiebiges Frühstück. In Österreich gibt es nämlich bei Mc Donalds richtiges Frühstück mit echten Semmeln, Butter, Marmelade, Wurst und Käse. Ein echter Mangel in Deutschland. Nach einer dreieinhalbstündigen Wartezeit, die wir gemütlich mit Frühstück, Zeitung lesen und Krimi schreiben im Bus verbringen, fahren wir gleich zum Schloss zurück, um zu sehen, wie viele noch übrig geblieben sind, die mit uns zum Hotel zurückfahren wollen. Möglicherweise bleiben wir allein. Aufgrund des schönen Wetters haben wir entschieden heute einmal selbst einen Ausflug zu machen. Wohin? Davon berichte ich später, wenn wir alle öffentlichen Verkehrsmittel gefunden haben, die wir brauchen, um unser Ziel zu erreichen …. Nachdem wir noch sechs Fahrgäste von Schönbrunn zum Prater gebracht haben, den Bus auf seinem Parkplatz gestellt, fahren wir zurück ins Hotel. Dort entledigen wir uns aller überflüssigen Dinge und gehen nur mit I-Pad und Kamera beladen zur U-Bahnstation am Nestroy-Platz. Wir fahren unterirdisch, später auch überirdisch nach Hitzing. Dort suchen wir uns die passende Straßenbahn zur Hermesstraße, wo wir in den Bus zum Lainzer Tor umsteigen. Unser Ziel ist die Hermes-Villa im Lainzer Tiergarten. Diese wurde von Hasenauer nach den Plänen von Kaiser Franz Josef für dessen Frau Elisabeth erbaut, in der Hoffnung, sie bliebe dann öfter in Wien. Da aber das Ganze letztlich eine Ansammlung von Geschmacklosigkeiten darstellt, hatte er mit diesem Plan nicht den erwünschten Erfolg. Keine Wunder, dass sie nicht bleiben wollte, denn allein in ihrem Schlafzimmer muss sie Alpträume bekommen haben. Das Prunkbett scheint erdrückt zu werden von der Zimmerdecke, die ein monumentales Gemälde von Hermes, dem Götterboten zeigt. An den Wänden großflächige Gemälde von Titania mit Puck, dem Esel oder Oberon. Alles in allem zeigt dieses Haus, dass Franz Josef die Vorlieben seiner Frau nie wirklich begriffen hat. Dann ein Schock. Wir betreten das Arbeitszimmer von Franz Josef und erwarten, dass Katharina Schratt, seine "Freundin" vom Kamin auf uns herabblickt. Ein wunderbares Raabgemälde, das seinen Platz dort gefunden hatte. Aber was wir dann sehen, ist an Schund und Dilettantismus nicht mehr zu überbieten. Ein quietschebuntes Bild, das Elisabeth im Kreise ihres Hundes und ihres Pferdes zeigt. Zum einen ist das aktive Geschichtsfälschung, denn die ganze Pikanterie, die durch die gezeigte Person entstand, wird damit aufgehoben. Zum anderen ist das Bild so schlecht gemalt, dass man bezweifeln muss, die Malerin als Künstlerin zu bezeichnen. Aber es wird gemunkelt, dass es auch in diesem Zusammenhang einen kausalen Zusammenhang zwischen jetzigem Hausherr und der Malerin geben soll. Nach diesem schockierenden Erlebnis wandern wir wieder zurück zur Bushaltestelle. Hätte ich gewusst, dass vor der Besichtigung ein solcher Fußmarsch liegt, hätte ich wohl drauf verzichtet. Wir fahren mit Bus und Bahn zurück nach Hitzing und verlassen die Öffis an der Gloriettegasse. Dort fotografiere ich noch die Villen von Katharina Schratt und ihrer Vorgängerin Anna Nahowski, die grad um die Ecke wohnte. Außerdem besichtigen wir das Fluchttürl, durch welches Franz Josef den Schönbrunner Schlosspark verließ um zu der einen oder anderen seiner Freundinnen zu gelangen. Dass er dort nur Guglhupf aß und sich den neuesten Wiener Tratsch erzählen ließ, ist wohl nur die halbe Wahrheit ... Dann besteigen wir wieder die U-Bahn und lassen uns ganz bequem an den Praterstern zurückkutschieren.

9.4.2015 Stadtrundfahrt die Erste

Im Gegensatz zu vergangener Woche empfing uns Wien diesmal trocken. Im Laufe des Tages kam sogar die Sonne raus und man sah endlich mal wieder, dass der Himmel blau ist. Hannes marschiert gegen halb acht aus dem Hotel los, um einen bequemeren Anfahrtsweg zu erkunden. Dann nimmt er die U-Bahn und fährt zu seinem Pferd, das die Nacht, gut bewacht von der "Soko Wien", auf einem Parkplatz verbringen musste. Ich harre der Dinge im Hotel und warte auf unsere Austria-Guide und die Fahrgäste, um sie zur neuen Einstiegsstelle zu geleiten. Von dort aus geht es zunächst über die Reichsbrücke auf die andere Donauseite, in die Donau-City. Im Gegensatz zu 1976 hält die Brücke heute, als der "Große Einstein" sie überquert. Es herrscht viel Verkehr in der Stadt, denn der Citymarathon am Wochenende wirft seine Schatten voraus. Dennoch gelangen wir ans Belvedere, von wo aus die Gruppe die Aussicht über Wien bewundert. Von dort aus geht es durch die Prinz Eugen Straßen - ob die türkische Botschaft weiß, in welcher Straße sie residiert - wieder in die Stadt runter. Über den Schwarzenbergplatz, vorbei an Musikverein und Karlskirche fahren wir in Richtung Ringstraße weiter. Wir passieren sämtliche Gebäuden des Historismus, bevor wir auf den Franz-Josefs-Kai einbiegen. An der Urania fahren wir geradeaus und landen am Hundertwasserhaus. Dieses, von dem Maler Friedensreich Hundertwasser entworfene Haus, das zum sozialen Wohnungsbau Wiens gehört, beförderte drei Statiker ins Krankenhaus, weil sie statisch korrekt ausrichten mussten, was ein Maler verbrochen hatte. Nachdem alle die Hundertwassertoilette besucht haben, geht es weiter zum Kunsthistorischen Museum, wo sie zu einem Stadtspaziergang mit anschließender Freizeit entlassen werden. Während ich geschäftlich in die Stadt muss - mein Sisi-Buch ist jetzt auch in der österreichischen Nationalbibliothek ausleihbar - versorgt Hannes den "Großen Einstein" und stellt ihn auf den Parkplatz zurück, dann treffen wir uns wieder am Graben. Nachdem abends um sechs keiner unserer Fahrgäste vor dem Stephansdom steht, um mit uns zum Hotel zurückzufahren, gehe ich davon aus, dass alle heimgefunden haben. Wir werden morgen davon hören ...

8.4.2015 Wien, die Zweite

Es war einfach nur genial. Da poste ich am frühen Morgen, man möge die Bahn frei machen nach Wien, weil der "große Einstein" naht und dann können wir die Autos und LKWs auf unserer Strecke fast zählen. Ich glaube, das mache ich jetzt öfter. Die scheinen alle Angst zu haben, im nächsten Krimi zu landen, denn auf der Gegenseite löst ein Stau den nächsten ab. So erreichen wir problemlos Wien. Dort allerdings hat sich noch nicht rumgesprochen, dass der nächste, der Wien-Krimi wird, denn wir müssen, um unsere Hotel zu erreichen in eine kleine Gasse fahren. An den Ecken stehen jeweils Poller, rechts und links parken Autos. Und wir müssen mit einem 12-Meter Bus um die Ecke. Also, Warnjacke an -dabei steht mir gelb überhaupt nicht - und einweisen. Unter Lebensgefahr stehe ich hinter dem Bus, die Wiener Autolenker sind ungeduldig denn sie wollen unbedingt an "Einstein" vorbei, und weise Hannes ein, dass er nicht auch noch die hinten stehenden Verkehrsschilder erwischt. Wir nehmen lieber andere Souvenirs mit heim. Da aus jeder der Straßen ein Auto raus will, kann er nicht einfach zurückstoßen, um gerade in die Straße zu gelangen, sondern muss fünfmal rangieren. Immer ist irgendetwas im Weg. Dann steht auf seinem Ausladeplatz noch ein LKW, der wirklich nicht dahin gehört. Der dazugehörige Fahrer wird erst mal aus dem Hotel geholt und in Schweiß gebracht. Dann können wir endlich ausladen. Im Hotel erfahren wir dann, dass wir das einzige Unternehmen sind, dass bei ihnen logiert, weil das Haus von Bussen nicht anfahrbar sei. Da kann man mal wieder sehen, wie wichtig ein guter Busfahrer ist, Hannes hat es mal wieder beulenfrei geschafft. Wie gehabt werden unsere Fahrgäste versorgt, bevor wir einen Parkplatz für unser Pferd suchen. Gut wenn man sich dazu in Wien auskennt. Wir leisten uns noch eine 3-Tageskarte für die U-Bahn und fahren zurück zum Hotel, dass wir kurz nach 21 Uhr erreichen. Zu unserer Schande muss ich allerdings gestehen, dass wir zwar Hunger, aber keine Lust haben, noch in ein Gasthaus zu gehen. Also muss ausnahmsweise mal ein Schnellimbiss herhalten von dem wir unsere Abendessen mit aufs Zimmer nehmen können.

5.4.15 Ostersonntag im Wiener Wald

Der Ostersonntag begann in Stockerau sonnig, aber kalt. Da unsere Fahrgäste keine Lust verspürten bei der Kälte an den Neusiedler See zum Schifffahren zu fahren, mussten wir schnell eine Alternative finden. Aber wer uns kennt, weiß, dass das nur einer kurzen Überlegung bedarf und schon steht das heutige Programm mit Einverständnis der Gruppe fest. Wir fahren in den Wiener Wald. Über Heiligenkreuz fahren wir nach Mayerling, wo das neue Besucherzentrum zum Leben und Sterben Kronprinz' Rudolf von Österreich informiert. Sehr interessant und selbsterklärend, mit vielen Fragezeichen vesehen, wird versucht die Tragödie von Mayerling zu erklären. Aber noch immer bleiben Fragen offen. Im Anschluss führt uns der Weg durchs Helenental nach Baden wo es Zeit für eine ausgiebige Mittagspause gibt. Dann besichtigen wir noch die Seegrotte in Hinterbrühl, die Europas größten unterirdischen See beherbergt, so dass unsere Fahrgäste trotzdem zum Bootfahren kommen, wenngleich mit "Dach" oben drüber. Dabei besichtigen sie das alte Bergwerk und die ehemalige Herstellungsstätte des Heinkel-Düsenjagers, dessen Teile während des 2. Weltkrieges dort gebaut und dann nach Schwechat verfrachtet wurden, wo man sie zu einem kompletten Flugzeug zusammenbaute. Über Wien geht es mit einer Stadtrundfahrt Teil 3 zurück. Da Anfang der Woche die Ringstraße aufgrund einer Großbaustelle nicht befahrbar war, erledigen wir das einfach heute. Wir sind ja flexibel. Zurück in Stockerau entlassen wir eine hoffentlich zufriedene Busgruppe, die an ihrem letzten Urlaubstag noch einmal viel gesehen und erfahren hat.